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Newsletter zu besonderen Themen

 

Unsere Fachärzte haben zu häufig gestellten Fragen und zu aktuell wichtigen Themen in loser Reihenfolge "Newsletter" für Patienten verfasst. So entsteht für Sie mit der Zeit eine Sammlung nützlicher Informationen aus dem Umfeld der Inneren Medizin.

 

Die Artikel erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, sie ergänzen das Gespräch in der PKD oder bei Ihrem Hausarzt.

  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

    In Deutschland werden derzeit über 7 Mio. Menschen wegen eines Diabetes mellitus, umgangssprachlich auch Zuckerkrankheit genannt, behandelt. Etwa 90 % davon sind an Typ 2-Diabetes erkrankt, etwa 5–10 % an Typ 1-Diabetes. Insbesondere der Anteil der Typ-2-Diabetiker nimmt seit Jahren stetig zu, bedingt durch die immer höhere Zahl übergewichtiger Menschen infolge veränderter Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsmangels.

     

     

    Zucker-Stoffwechsel bei Gesunden

     

    Glukose ist eine Zuckerart und Abbauprodukt der mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate, die im Verdauungstrakt mit Hilfe von Enzymen aufgespalten und über die Darmwand in das Blut resorbiert werden.

    Hauptregelungshormone des Zuckerstoffwechsels sind Insulin und Glukagon, die beide in der Bauchspeicheldrüse gebildet werden. Als Botenstoff bewirkt Insulin den Transport von Glukose ins Zellinnere, wo diese zur Energiegewinnung verbraucht wird. Darüber hinaus bewirkt Insulin auch eine Speicherung von Glukose in Form von Glykogen in der Leber sowie in den Muskelzellen, wodurch der Blutzuckerspiegel beim gesunden Menschen nach der Nahrungsaufnahme in engen Grenzen (60–140 mg/dl oder 3,3–7,7 mmol/l) konstant gehalten wird.

     

    Was ist Diabetes mellitus?

     

    Diabetes mellitus bezeichnet eine Gruppe von Stoffwechselkrankheiten, bei denen der Blutzucker dauerhaft erhöht ist. Dabei liegt der Grenzwert für den Nüchtern-Blutzucker über 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder/und über 200 mg/dl (11,1 mmol/l) nach dem Essen.

    Die Ursachen des Diabetes mellitus sind ein absoluter Insulinmangel (Typ 1) oder relativer Insulinmangel durch eine abgeschwächte Wirksamkeit des Insulins = Insulinresistenz (Typ 2) oder beides zusammen. Bei den meisten Formen des Diabetes mellitus besteht eine genetische Veranlagung.

     

    Diabetes-Typen nach den Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft:

     

    • Typ-1-Diabetes mellitus: Die Zerstörung der Betazellen in der Bauchspeicheldrüse führt zu absolutem Insulinmangel. Häufig können im Blut sogenannte Antikörper gegen körpereigenes Gewebe nachgewiesen werden, daher wird dies auch als Autoimmunerkrankung bezeichnet. Typ 1 tritt meist vor dem 40. Lebensjahr auf.

    • Typ-2-Diabetes mellitus: Hier liegt eine Insulinresistenz mit relativem Insulinmangel zugrunde, zusätzlich kommt es teilweise auch zu einem absoluten Insulinmangel im späteren Krankheitsverlauf. Diese Diabetesform betrifft häufig übergewichtige Menschen und ist meist assoziiert mit anderen Problemen des metabolischen Syndroms (z.B. Fettstoffwechselstörung, Bluthochdruck, erhöhte Harnsäure im Blut).

    • Diabetes mellitus bei anderen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (z.B. durch Entzündungen oder nach Operationen)

    • Diabetes mellitus im Rahmen anderer Stoffwechselkrankheiten oder Hormonstörungen (z.B. bei Mukoviszidose, Eisenspeicherkrankheit, PCO-Syndrom oder Nebennierentumor)

    • Diabetes mellitus bei genetischen Defekten (z. B. MODY-Formen)

    • Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) als erstmals während der Schwangerschaft aufgetretene Glukosetoleranzstörung.

     

     

    Warum ist ein erhöhter Blutzucker ein Problem?

     

    Wenn der Blutzucker innerhalb kurzer Zeit (Stunden bis Tage) stark ansteigt (über 250 mg/dl oder höher), weil der normale Regelkreis nicht mehr funktioniert, kann sich eine lebensbedrohliche Situation entwickeln, die schnell in einem Krankenhaus behandelt werden muss. Der Körper scheidet dann verstärkt Zucker und damit auch Wasser über die Nieren aus. Durch den extremen Flüssigkeitsverlust kann der Körper völlig austrocknen – ein gefährlicher Zustand, der im schlimmsten Fall bis zum diabetischen Koma führt. Warnsymptome dafür sind übermäßiger Durst, häufiger Harndrang und Müdigkeit.

     

    Beim Typ-1 Diabetes werden bei entgleistem Blutzucker außerdem Fettreserven abgebaut, um daraus Energie zu gewinnen. Es entstehen Ketonkörper, die schließlich zu einer Übersäuerung des Blutes führen, zur Ketoazidose. Warnsymptome sind Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen.

    Wenn der Blutzucker über einen längeren Zeitraum deutlich erhöht ist, kann dies verschiedene andere Organsysteme schädigen. Dies betrifft insbesondere die großen und kleinen Blutgefäße (Arterienverkalkung = Arteriosklerose) sowie die Nerven. Folgeerkrankungen können z.B. Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße (Angina pectoris, Herzinfarkt), der Hals- und Hirnarterien (Schlaganfall), der Beinarterien (Schaufensterkrankheit), der Augen (Sehminderung bis zur Erblindung) oder der Nieren sein.

     

    Wie wird Diabetes erkannt?

     

    Diabetes wird häufig zufällig insbesondere im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen (Check up) erkannt, da es erst bei massiv erhöhten Blutzuckerwerten zu Symptomen wie starkem Durst, häufigem Wasserlassen oder verminderter Leistungsfähigkeit kommt.

     

    Wenn bei der Blutuntersuchung ein erhöhter Nüchtern-Blutzucker über 126 mg/dl (7,0 mmol/l) oder/und über 200 mg/dl (11,1 mmol/l) nach dem Essen festgestellt wird, liegt ein Diabetes mellitus vor.

    Außerdem wird zur Diagnosestellung der HbA1c-Wert gemessen, welcher den mittleren Blutzucker der letzten 3 Monate wiederspiegelt. Ist der HbA1c 6,5 % oder höher, bestätigt dies die Diagnose eines Diabetes mellitus. Liegt der HbA1c im Graubereich zwischen 5,7 und 6,4 %, wird ein Glukosebelastungstest (oraler Glukosetoleranztest OGTT) durchgeführt, bei dem eine Zuckerlösung getrunken werden muss und nach 2 Stunden der Blutzucker im Venenblut gemessen wird.

     

     

     

    Wie wird Diabetes behandelt?

     

    Je nach Diabetestyp unterscheidet sich die Behandlung. Beim Typ-1 Diabetes ist wegen des vollständigen Fehlens der körpereigenen Insulinproduktion eine sofortige Behandlung mit Insulin notwendig. Dieses wird mit Hilfe eines Insulinpens oder einer Insulinpumpe in das Unterhautfettgewebe (subkutan) verabreicht.

     

    Beim Typ-2 Diabetes besteht anfangs meist eine gesteigerte körpereigene Insulinproduktion mit einer geminderten Empfindlichkeit der Rezeptoren an den Muskel- und Fettzellen auf körpereigenes Insulin, eine sogenannte Insulinresistenz. In dieser Phase kann durch eine Gewichtsabnahme, durch verminderte Kalorienzufuhr und ausreichende Bewegung eine Blutzuckernormalisierung erreicht werden. Wenn dies nicht ausreicht, ist die Einnahme von Medikamenten notwendig, die die Insulinempfindlichkeit verbessern oder die Insulinproduktion anregen. Nach längerer Diabetesdauer (etwa 10-15 Jahre) ist auch beim Typ-2 Diabetes die köpereigene Insulinproduktion erschöpft und eine Therapie mit Insulin notwendig.

     

    Tritt während der Schwangerschaft erstmals ein Diabetes auf, wird dies als Gestationsdiabetes bezeichnet. Die durch die hormonelle Umstellung erhöhten Blutzuckerwerte können meist durch eine Ernährungsumstellung gut behandelt werden. Bei einigen Patientinnen ist jedoch eine Insulintherapie erforderlich.

     

    Zur Behandlung eines Diabetes mellitus sind die regelmäßige Blutzucker-Selbstkontrollen insbesondere während einer Umstellung der Therapie und vor jeder Insulingabe unerlässlich, um einen möglichst ausgeglichen Blutzuckerverlauf zu erreichen. So können Sie selbst sehen, ob Ihr Blutzucker im empfohlenen Zielbereich liegt. Das ist die beste Grundlage, um Risikosituationen (Stoffwechselentgleisungen) und Folgeerkrankungen zu vermeiden.

     

    Was können wir für Sie tun?

     

    Wenn in Ihrer Familie Verwandte an Diabetes erkrankt sind oder Sie bei sich selbst Symptome wie z.B. übermäßigen Durst, häufigen Harndrang und Müdigkeit feststellen, sollten entsprechende Blutuntersuchungen durchgeführt werden. Bei Vorsorgeuntersuchungen ist das Screening auf Diabetes ein fester Bestandteil.

     

    Wenn bei Ihnen die Diagnose „Diabetes mellitus“ gestellt wird, stellen sich plötzlich viele Fragen: Was ist Besonderes zu beachten? Welche Auswirkungen hat das auf mein Leben, auf Familie, Beruf und Freizeit? Um die Zusammenhänge der Krankheit und den Umgang mit ihr zu verstehen, müssen Betroffene sorgfältig informiert, beraten und geschult werden. Ein Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie ist dafür der richtige Ansprechpartner.

     

    Mit dem notwendigen Wissen und etwas Übung werden Sie es sicher gut schaffen, den Diabetes in Ihren Alltag zu integrieren. Und dabei möchten wir Sie unterstützen und begleiten. Wir geben Ihnen alle wichtigen Informationen und besprechen mit Ihnen zusammen die für Sie geeignete Behandlung.

     

  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

    Die Schilddrüsenunterfunktion ist die häufigste Funktionsstörung der Schilddrüse. Sie betrifft in ihrer vollständig ausgeprägten Form (sogenannte manifeste Hypothyreose) etwa zwei von hundert Menschen, in einer unvollständigen Form (sogenannte latente oder subklinische Hypothyreose) sogar sieben bis acht von hundert Personen. Frauen sind dabei etwa viermal häufiger betroffen als Männer.

     

    Wie funktioniert die Schilddrüse?

    Die Schilddrüse ist ein bei Frauen bis zu 18 ml und bei Männern bis zu 25 ml kleines Organ, das am Hals, etwa auf Höhe des Kehlkopfes, beziehungsweise knapp darunter zu finden ist. Diese Drüse produziert unter dem steuernden Einfluss der Hirnanhangdrüse Botenstoffe (sogenannte Hormone), die man als Thyroxin und Trijodthyronin bezeichnet. Für eine ungestörte Hormonbildung ist die Aufnahme ausreichender Mengen Jod mit der Nahrung erforderlich. Die Schilddrüsenhormone werden ins Blut abgegeben und erreichen auf diesem Weg ihre sogenannten Zielorgane, also die Organe, an denen bestimmte Wirkungen vermittelt werden sollen. Hierdurch regelt die Schilddrüse überaus zahlreiche wesentliche Körperfunktionen und Stoffwechselvorgänge, unter anderem den Energiehaushalt und die Körpertemperatur, die Herz-/Kreislauffunktion, die Darmtätigkeit, die Funktion von Talg- und Schweißdrüsen, die geistige Leistungsfähigkeit und viele mehr.  Beim Kind hat die Schilddrüse eine ganz entscheidende Rolle bei der Steuerung von Wachstum und Entwicklung. Die normale Funktion der Schilddrüse kann gestört sein, indem sie entweder zu wenig (Unterfunktion oder Hypothyreose) oder zu viel (Überfunktion oder Hyperthyreose) ihrer Hormone bildet.

     

    Welche Ursachen hat eine Schilddrüsenunterfunktion?

    Eine Schilddrüsenunterfunktion kann ihre Ursache auf drei Funktionsebenen haben:

    • Unterfunktion der Schilddrüse selbst (= primäre Hypothyreose)

    • Unterfunktion der Hirnanhangdrüse, welche selbst die Schilddrüse steuert (= sekundäre Hypothyreose)

    • Unterfunktion des sogenannten Hypothalamus, d.h. Zentrum im Gehirn, das wiederum die

       Hirnanhangdrüse steuert (= tertiäre Hypothyreose)

     

    Da die sekundäre und tertiäre Hypothyreose vergleichsweise selten auftreten, konzentrieren wir uns hier auf die primäre Hypothyreose. Diese Unterfunktion der Schilddrüse wird meist durch Entzündungen,  Jodmangel, Medikamentennebenwirkung und medizinische Interventionen (z.B. Operation, Bestrahlung) verursacht.

     

    Was sind die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion?

    Die häufigsten und damit wichtigsten Zeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sind:

    • Müdigkeit, Abgeschlagenheit

    • Unerklärliche Gewichtszunahme

    • Haarausfall, trockene Haut

    • Übermäßiges Frieren, neu aufgetretene Kälteempfindlichkeit

    • Neu aufgetretene Verstopfungsneigung.

     

    Was können Sie selbst tun?

    Eine ausreichende tägliche Jodaufnahme mit der Nahrung ist die wesentlichste Grundlage einer gesunden Schilddrüse und einer normalen Schilddrüsenfunktion. Dies ist zum Beispiel mit der regelmäßigen Nutzung von jodiertem Speisesalz in der Regel problemlos zu erreichen. Allerdings sollte, bevor die Jodaufnahme gezielt gesteigert wird, die Schilddrüse einmalig ärztlich untersucht werden, da bei bereits bestehenden Schilddrüsenerkrankungen eine erhöhte Jodzufuhr auch schädlich sein kann.

    Außerdem sollten Sie, wenn Sie die typischen Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion oder eine sichtbare Schwellung der Drüse bei sich oder anderen wahrnehmen, dies ärztlich untersuchen lassen.

     

    Was können wir für Sie tun?

    Wir in der PKD am Städel verfügen über ein leistungsfähiges Labor und ein hochmodernes Ultraschallgerät der höchsten Leistungsstufe. Hiermit können unsere auf die Diagnostik hormoneller Erkrankungen spezialisierten Fachärzte (Endokrinologen) die Schilddrüse und deren Hormonhaushalt genau untersuchen, Normabweichungen und deren Ursachen gegebenenfalls erkennen und sie hinsichtlich erforderlicher Maßnahmen ausführlich beraten.

     

  • Osteoporose

    Bis zum 75. Lebensjahr erkrankt etwa 30 % der Bevölkerung an Osteoporose, einer schleichenden Krankheit, bei der die Knochen signifikant an Stabilität verlieren. Laut der WHO zählt sie zu den zehn bedeutendsten Krankheiten. Da sie zunächst oft nicht bemerkt wird, ist es wichtig, sich durch Vorsorgeuntersuchungen abzusichern.

     

    Das Krankheitsbild

    Osteoporose, oft auch "Knochenentkalkung" oder "Knochenschwund" genannt, ist eine weit verbreitete Erkrankung, die jedoch in vielen Fällen unerkannt bleibt. Das kann dramatische Folgen haben, denn je geringer der Kalksalzgehalt in den Knochen ist, desto häufiger kommt es zu Knochenbrüchen (Frakturen) – auch bei nichtigen Anlässen. Im schlimmsten Fall führt dies zu dauerhafter Immobilisierung und Bettlägerigkeit.

    Gefährdet sind vor allem die Oberschenkelknochen, der Schenkelhals sowie die Wirbelkörper, insbesondere der Lendenwirbelsäule.

     

    Wer ist gefährdet?

    Neben genetischen Faktoren (z.B. Osteoporose der Mutter) können beispielsweise auch Rauchen, chronische entzündliche Krankheiten, die Nebenwirkungen vieler Medikamente (v.a. Kortison) und generell eine verminderte Calciumaufnahme (z.B. bei Lactoseintoleranz) Ursachen einer Osteoporose sein.

    Eine Empfehlung zur Messung der Knochendichte ist abhängig von Alter, Geschlecht und individuellen Risikofaktoren. Bei Frauen ab dem 70sten und Männern ab dem 80sten Lebensjahr besteht grundsätzlich die Indikation zur Knochendichtemessung.

     

    Was kann getan werden?

    Weltweit etabliert und als Standard eingeführt ist die DXA-Messung, die mit einer extrem niedrigen Röntgenstrahlung ohne Gefährdung des Patienten arbeitet. Die Untersuchung dauert etwa zehn Minuten. Besondere Vorbereitungen durch den Patienten sind dabei nicht erforderlich. Das Ergebnis liegt nach der Messung sofort vor und wird besprochen. Bei Krankheitsanzeichen mit unter Umständen weitreichenden Konsequenzen sollte ein Folgetermin vereinbart werden. Dazu bietet sich die endokrinologische Sprechstunde (Prof. Dr. Jörg Bojunga) an. Bei rechtzeitiger Diagnose kann auf verschiedensten Wegen gegen die Krankheit vorgegangen werden.

     

    Was können wir für Sie tun?

    Wir verfügen über eine DXA-Messeinheit neuester Generation (Hologic Explorer). Für eine Messung können Sie sich entweder von Ihrem Hausarzt überweisen lassen oder direkt einen Termin vereinbaren.

     

    Welche Kosten kommen auf Sie zu?

    Für eine DXA-Messung fallen Kosten von etwa 70 € an. Diese werden von den gesetzlichen Krankenkassen nur dann übernommen, wenn bereits eine durch Osteoporose bedingte Fraktur eingetreten ist oder bereits eine Osteoporose nachgewiesen wurde. Bei privat versicherten Patienten ist die Messung grundsätzlich Teil der Leistungserstattung.

     

    Der Newsletter erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit der zum Thema möglichen Informationen, er ersetzt nicht die Leitlinien. Er entspricht einer praxisinternen Mitteilung.

  • Vitamin D

    Vitamin D gilt als Urhormon des Lebens – es wird durch Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet oder über die Nahrung aufgenommen und wirkt an fast allen wichtigen Prozessen im menschlichen Körper mit. So bedingt es die Zellentwicklung und -vermehrung, ist an der Immunreaktion ebenso wie an der Kontrolle anderer hormoneller Systeme beteiligt. Daher kann ein Vitamin D-Mangel ein Risikofaktor für verschiedene Krankheiten, wie Tuberkulose, Krebs, Osteoporose (Knochenschwund), Herzkreislauf-, Nerven- und Muskelstörungen sein. In Deutschland leiden etwa 60% der Bevölkerung an einer Vitamin D-Unterversorgung. Um bei eventueller Gefährdung Gegenmaßnahmen ergreifen zu können, ist es angeraten, eine Messung des Vitamin- und Hormonspiegels vornehmen zu lassen.

     

    Vitamin D – die biologischen Hintergründe

    Ein Vitamin ist ein lebenswichtiger Stoff, den der Mensch nicht selbst herstellen kann und daher über die Nahrung aufnehmen muss. Genau genommen ist damit Vitamin D gar kein Vitamin, da Vorstufen im Körper bereits vorliegen.

     

    80% des Bedarfs wird durch Sonneneinstrahlung (UV-Licht) aus diesen Vorstufen in der Haut gebildet, die restlichen 20% müssen über die Nahrung (haupt-sächlich Fisch) aufgenommen werden. Der eigentliche Wirkstoff Calcitriol (1,25(OH)2D3) wird über eine weitere Zwischenstufe in der Niere synthetisiert. Dieses „aktivierte Vitamin D“ kann über die Bindung an den Vitamin D-Rezeptor verschiedenste Körperfunktionen, wie unser Immunsystem beeinflussen. Es sorgt für effektiven Schutz vor Autoimmunkrankheiten und eine schnelle Immunreaktion.

     

    Außerdem steuert Calcitriol den Calciumspiegel im Blut. Liegt ein Vitamin D-Mangel vor, kann das zu einer sinkenden Calciumkonzentration führen. Mögliche Folgen sind Nierensteine oder eine Entkalkung der Knochen (Osteoporose).

     

    Ein wichtiger Indikator für Calciummangel ist die Menge an Parathormon im Blut. Da Parathormon für eine erhöhte Calciumproduktion im Blut verantwortlich ist, nimmt bei einem sinkenden Calciumspiegel als Gegenreaktion die Parathormonproduktion zu. Wird somit bei einer Messung eine erhöhte Konzentration festgestellt, kann dies auf einen Calciummangel hinweisen. Die Bestimmung der Parathormonkonzentration ist Bestandteil der Vitamin D-Messung.

     

    Vitamin D – eine kurze Sozialgeschichte

    Vitamin D-Mangel ist eine recht moderne Erscheinung, genauer gesagt eine Folgeerscheinung der Industrialisierung ab dem 19. Jahrhundert.

    Zu dieser Zeit verarmten breite Bevölkerungsschichten; Mangelernährung, das Leben in Mietskasernen und Freiluftentzug nahmen zu und sorgten für eine Störung des Vitamin D-Haushalts. Tuberkulose und Kinderrachitis (eine Krankheit, bei der das Knochenwachstum gestört ist) traten vermehrt auf. Das Fruchten von Sonnenkuren, Lebertran und gesunder Ernährung konnte erst vor einigen Jahren geklärt werden – durch diese Maßnahmen wurde eine ausgezeichnete Vitamin D-Versorgung gewährleistet und das Immunsystem gestärkt.

     

    Auch wenn sich unsere Lebensbedingungen seitdem deutlich verbessert haben – in Deutschland sind etwa 60% der Bevölkerung von einem Vitamin D-Mangel betroffen. Damit liegen wir weit über anderen Industrieländern: In Norwegen und Japan beispielsweise wird durch den hohen Fischkonsum für eine ausreichende Vitamin D-Versorgung gesorgt, in den USA dürfen bestimmte Nahrungsmittel mit Vitamin D-angereichert werden.

     

    Wer ist gefährdet und was sind die Ursachen für Vitamin D-Mangel?

    Die beiden Hauptursachen sind unzureichende Vitamin D-Aufnahme über die Nahrung und zu wenig Sonneneinstrahlung. Bedingt wird letzteres zusätzlich durch die zunehmende Bürotätigkeit, die geografische Lage (weniger Sonne in nördlicheren Regionen), Kleidungsgewohnheiten und die Hautfarbe (dunkelhäutige Menschen bilden bei derselben Sonneneinstrahlung nur etwa ein Zehntel an Vitamin D). Auch höheres Lebensalter und Körpergewicht sind Risikofaktoren. Zudem können körperliche Voraussetzungen, die die Vitamin D-Synthese oder die Aufnahme über die Nahrung stören, zu einem zu niedrigen Vitamin D-Spiegel führen.

     

    Was können Sie selbst tun?

    Mit viel frischer Luft und gesunder, Vitamin D-haltiger Ernährung (besonders Fettfische, Pilze und Milchprodukte) können Sie selbst etwas für einen ausgewogenen Vitamin D-Spiegel tun. Die Tagesempfehlung für Jugendliche und Erwachsene liegt bei 10-20 µg (400 IE) am Tag. Allerdings ist es hierzulande nicht einfach, genügend Vitamin D über die Nahrung aufzunehmen, da in Deutschland der Fischkonsum eher niedrig und zudem die Nahrungssupplementierung verboten ist. Insofern ist es angeraten, eine Bestimmung seiner Vitamin D-Werte vornehmen zu lassen, um einer eventuellen Gefährdung rasch und effektiv entgegenzuwirken (z.B. durch das Verschreiben von Vitamin D-Präparaten).

     

    Was können wir für Sie tun?

    Wir verfügen über ein modernes Labor zur Bestimmung verschiedenster Kennwerte. Neben Vitamin D und Parathormon können auch Hormonprofile, Krebsuntersuchungen und Basischecks vorgenommen werden. Bei Fragen und Interesse helfen und beraten wir gern.

  • Darmspiegelung / Vorsorgekoloskopie

    Was meinen wir eigentlich mit "Vorsorge"?

    Genau genommen ist hier vorsorglich im Sinne von rechtzeitig gemeint, rechtzeitig erkannt, rechtzeitig entfernt, bevor eine tödliche, im Spätstadium nicht mehr behandelbare Erkrankung ihren Lauf nimmt.

     

    Die Rede ist vom Dickdarmkrebs, dem Kolonkarzinom. 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr alleine in Deutschland! Eine beängstigend große Zahl und eine Zahl, die in dieser Höhe vermeidbar wäre, wenn – ja wenn – diese (oder die meisten dieser) Patienten Vorsorge getroffen hätten.

     

    Anders als die bösartigen Tumore der anderen Organe, in denen der Tumor spontan entsteht und sofort bösartig ist, entwickelt sich in der weit überwiegenden Zahl der Fälle das Kolonkarzinom aus einem gutartigen Vorläufer, einem Polypen. Diese Polypen (entweder gestielt, wie eine Kirsche am Stiel oder breitbasig, wie ein aufgenähter Knopf) wachsen über Jahre hinweg unbemerkt, ohne Symptome zu verursachen. Gelegentlich kann es zu kleinsten unbemerkten Blutungen kommen (daher der Stuhltest auf Blut). Aber irgendwann wandelt sich ein Teil der Zellen im Polypen in Karzinomzellen und dann geht alles sehr rasch: die bösartigen Zellen vermehren sich, durchdringen die Darmwand, finden Anschluss an Blutgefäße und Lymphbahnen und können so andere Organe (vor allem die Leber) besiedeln und zerstören.

     

    Diese Absiedlungen nennt man Metastasen. Eine Heilung, sei es durch eine Chemotherapie, chirurgische Eingriffe oder durch andere moderne Verfahren, ist in diesem Stadium nicht mehr möglich.

     

    Was leistet die Darmspiegelung?

    Bei guter Vorbereitung und durch einen erfahrenen Untersucher sind alle Abschnitte des Dickdarms, bis hin zur Einmündung des Dünndarms, genau untersuchbar. Es können kleinste, nur Millimeter große Polypen gefunden werden und - und das ist das besondere dieser Vorsorgeuntersuchung - diese kleinen oder größeren Polypen können in der Regel in derselben Untersuchung entfernt werden.

     

    Etwa 20-30 % dieser zunächst gutartigen Neubildungen würden sich im weiteren Verlauf zu einem bösartigen Tumor, zu einem Karzinom entwickeln. (Also: nicht jeder Polyp wird zum Karzinom, aber fast jedes Karzinom war ein Polyp.)

     

    Wer sollte sich untersuchen lassen?

    Für gesetzlich versicherte Patienten gilt die Empfehlung zur Vorsorgekoloskopie ab dem 55. Lebensjahr, die Fachgesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS) empfiehlt aus guten Gründen die Untersuchung bereits ab dem 50. Lebensjahr.

     

    Wenn in der Familie ein Kolontumor aufgetreten ist, muss die Untersuchung entsprechend früher erfolgen, das gilt selbstverständlich auch beim Auftreten von Symptomen wie z.B. dem Nachweis von Blut im Stuhl oder zur Abklärung abdomineller Beschwerden oder bei unklarer Gewichtsabnahme und Leistungsminderung.

     

    Wie erfolgt die Untersuchung?

    In einem Vorgespräch erhalten Sie alle Informationen zur vorbereitenden Darmentleerung und zum Ablauf der Untersuchung.

     

    Die Darmentleerung sollte spätestens 8 Stunden vor der Untersuchung begonnen werden, da nur bei korrekter Vorbereitung eine gründliche Untersuchung möglich ist. In der Untersuchung selbst werden Sie von einem Facharzt/Fachärztin für Anästhesie begleitet. Die Untersuchungsdauer liegt meist zwischen 20 und 45 Minuten. Nach der Untersuchung verbleiben sie für ca. 1 Stunde im Aufwachraum. Für den Weg nach Hause benötigen Sie Begleitung, da Sie nach der Sedierung nicht selbst fahren dürfen und auch bei der Heimfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist eine Begleitung dringend angeraten.

     

    Den Befundbericht mit den dokumentierenden Bildern erhalten Sie sofort. Falls Gewebeproben ins Pathologielabor eingesandt werden, erhalten Sie nach 1 Woche einen zweiten Bericht, der dann das weitere Vorgehen erläutert. Alle Berichte erhält ebenfalls der überweisende Kollege bzw. der von Ihnen angegebene Hausarzt.

     

    Was können wir für Sie tun?

    Die Untersuchung erfolgt in unserer Abteilung Gastroenterologie/Endoskopie der Praxis-Klinik für Diagnostik (PKD am Städel), deren Untersucher sich durch ihre besondere Expertise auszeichnen (Gastroenterologen mit langjähriger klinischer oberärztlicher Erfahrung bzw. leitender Funktion im Universitätsklinikum Frankfurt).

     

    Die Anmeldung zum Vorgespräch bzw. zur Untersuchung kann direkt bei uns erfolgen.

  • Schlafstörungen / Schnarchen

    Erholsamer Schlaf ist nicht für jeden Menschen selbstverständlich! Unser Schlaf ist ein hoch komplexer Vorgang, der sich in verschiedene Stadien unterteilen lässt und zur Erholung von Geist und Körper dient. Der Ablauf unseres Schlafes wird zu jeder Zeit vom Gehirn gesteuert und überwacht. Störungen unseres Schlafes haben Auswirkungen auf andere wichtige Funktionen oder Organe, wie z.B. das Herz-Kreislauf-System, Stoffwechselprozesse und auf das Gehirn selbst. Unter Fehlfunktionen in der Überwachung oder der Steuerung, ein

     

    Die häufigsten schlafmedizinischen Erkrankungen sind:

    • Insomnie (Ein- und/oder Durch-schlafstörungen, Früherwachen, nicht erholter Schlaf)
    • Schlafapnoe (nächtliche Atempausen, Schnarchen, Tagesschläfrigkeit)
    • Restless-Legs-Syndrom (unruhige Beine, Bewegungsdrang in den Beinen, vermehrt in Ruhe)
    • Narkolepsie (starke Tagesschläfrigkeit in ungewöhnlichen Situationen, plötzliches Erschlaffen der Muskulatur)

     

    Wer sollte im Schlaflabor untersucht werden?

    Schlafstörungen als Symptom können zunächst viele Ursachen haben. Neben Schmerzen und vermehrtem Harndrang sind auch Herz-/Kreislauferkrankungen, Stoffwechselerkrankungen wie der Diabetes mellitus oder Schilddrüsenerkrankungen aber auch seelische Krankheiten zu nennen. Hier gilt es zunächst die Grunderkrankung zu erkennen und ggf. zu behandeln.



    Bei Menschen, die unter den folgenden Symptomen oder Erkrankungen leiden und trotz wiederholter Versuche dennoch keinen erholsamen Schlaf finden, sollten sich im Schlaflabor untersuchen lassen:

    • anhaltende Ein- oder Durchschlafstörungen,
    • Müdigkeit oder Einschlafneigung am Tag, kurzes "Wegnicken" bei monotonen Tätigkeiten wie Lesen oder Fernsehen, Sekundenschlaf beim Autofahren
    • nächtliches Herzrasen, nächtliche Luftnot, vermehrt nächtliches Wasserlassen oder vermehrt nächtliches Schwitzen
    • starkes und/ oder unregelmäßiges Schnarchen mit und ohne Atempausen
    • Patienten mit Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystem
    • Patienten, die einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erlitten haben
    • Diabetiker
    • an M. Parkinson Erkrankte

     

    Was können wir für Sie tun?

    Wenn eines oder mehrere Symptome für Sie zutreffen, können Sie sich direkt an uns wenden oder Sie lassen sich von Ihrem Hausarzt, HNO-Arzt oder Lungenfacharzt überweisen. Es erfolgt dann zunächst eine ambulante Schlafmessung zu Hause ("ambulante PG" oder auch "kardiorespiratorische Poligrafie" genannt). Wenn sich so der Eingangsverdacht bzw. der Schweregrad der Störung bestätigt, wird eine Messung im Schlaflabor empfohlen. Auf der Grundlage dieser sehr viel umfangreicheren Messung wird die exakte Diagnose gestellt und Sie, als auch der zuweisende Kollege erhalten entsprechende Therapieempfehlungen.

  • Arterienverkalkung / Halsschlagader

    Ablagerungen oder gar Verengungen bis hin zum Verschluß von Schlagadern (Arterien) bleiben bis zu einer kritischen Grenze unbemerkt (symptomlos). Sie sind dann mit dem Auftreten erster Symtome bereits so weit fortgeschritten, dass nur noch "invasive", also kathetertechnische oder chirurgische Maßnahmen helfen können.

     

    Als wichtige Beispiele seien genannt: Angina pectoris bei Verengung der Herzkranzgefäße, "Schaufensterkrankheit" bei Erkrankung der Becken- oder Beinarterien, TIA (Stunden anhaltende neurologische Ausfälle, die sich wieder zurückbilden und immer ein Alarmsignal für einen Schlaganfall mit bleibenden Schäden darstellen) bei Verengung der Halsschlagadern.

     

    Also geht es vor allem darum, noch geringgradige Aderveränderungen rechtzeitig zu erkennen, um dann "präventiv" eine weitere Verschlechterung des Bildes zu verhindern. Z.B. auch durch eine medikamentöse Therapie.

     

    Hier geht es nun um die Halsschlagader.

    Die dicht unter der Oberfläche liegende Arterie ist mit nichtinvasiven diagnostischen Verfahren gut erreichbar. Ihre Veränderungen werden heute als Maßstab für das Gefäßrisiko eines Patienten angesehen.

     

    Was bedeutet Gefäßrisiko?

    Viele Patienten verstehen Aderverkalkung als einen passiven Prozess, vergleichbar der Verkalkung in einer Wasserleitung, bei dem sich Kalk an der Innenseite der Ader ablagert: dem ist nicht so.

    Es handelt sich vielmehr um einen aktiven Vorgang, einen Entzündungsprozess, der in der mehrschichtig aufgebauten Wand selbst entsteht und der dann zu einer Schwellung (wie aufquellendes Sperrholz im Wasser) führt. Die Verkalkungen stellen dann das Endergebnis dieser sehr komplizierten Entzündungsprozesse dar. Besonders begünstigt werden diese Prozesse in der Aderwand durch das Einwirken von Gefäßrisiken. Diese sind teils genetisch bedingt ("familiäre Belastung"), also unvermeidbar. Sie werden aber auch durch unseren Lebensstil bedingt (Rauchen, Bewegungsmangel, übermäßig fettreiche Ernährung). Auch andere Erkrankungen können als massives Gefäßrisiko Einfluss nehmen (z.B. Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstörung).

     

    Wie wird die Halsschlagader untersucht?

    Mit modernen Ultraschallgeräten und entsprechend hoch auflösenden Schallköpfen ist diese Arterie bei nahezu jedem Patienten gut untersuchbar. Die "Dopplersonografie" (Carotisdoppler) hat keinerlei Nebenwirkungen oder Strahlenbelastung, braucht kein Kontrastmittel und ist in 15-20 Minuten durchführbar. Dabei wird über ein schallleitendes Gel der Schallkopf über der Arterie aufgesetzt. Es erfolgen links und rechts die Messungen der Dicke der Aderwand (mit einer Genauigkeit von 1/10 mm!) sowie der Fließgeschwindigkeit des Blutes. Aus diesen Messwerten lässt sich die Qualität des arteriellen Systems (auch für andere Regionen des Körpers) abschätzen. Bei Entdeckung von Ablagerungen (Plaques) kann sofort beurteilt werden, ob deren Gefäßeinengung (Stenosegrad) bereits bedeutsam ist oder ein Schlaganfallrisiko besteht.

     

    Wer sollte sich untersuchen lassen?

    Abgesehen von den Patienten mit einer akuten Symptomatik (unklarer Schwindel, passagere neurologische Ausfälle oder ähnliches), sollten Patienten mit bekannten Risikofaktoren untersucht werden. Dabei ist besonders zu bedenken, dass bei gleichzeitigem Vorliegen mehrerer Risikofaktoren das Gefäßrisiko überproportional steigt. Die Gefahr einer Gefäßerkrankung ist also größer als deren subjektive Einschätzung. Beispiel: ein 45-jähriger Gelegenheitsraucher entwickelt im beruflichen Stress einen erhöhten Blutdruck, kann aus Zeitgründen keine Sport mehr treiben und berichtet von seinem Vater, der mit 59 Jahren seinen ersten Herzkatheter hatte. Hier wirken bereits 4 Risikofaktoren, aber dem Patienten ist nur der Bluthochdruck bewusst.

     

    Was können wir für Sie tun?

    Die Carotisdoppler-Untersuchung wird mit einem High-End-Ultraschallgerät durchgeführt. Sollten wesentliche Aderveränderungen an der Halsschlagader gefunden werden, können die Untersuchungen auch anderer Gefäße geplant werden. Sollten die Adern bereits bedrohlich eingeengt sein (signifikante hochgradige Stenose), werden über die Universitätsklinik Frankfurt, aber auch andere gefäßchirurgisch versierte Kliniken, entsprechende Akutmaßnahmen eingeleitet.

     

  • Ultraschalluntersuchungen

    In fast allen internistischen Untersuchungen wird heute die technische Methode des Ultraschalls angewandt. Ohne auf Krankheitsbilder oder besondere Symptome einzugehen sollen hier einige allgemeine Informationen gegeben und häufig gestellte Fragen beantwortet werden.

     

    Was ist eigentlich Ultraschall?

    Über eine sehr schnell vibrierende Kristalloberfläche wird die Vibration durch direkten Kontakt mit der Körperoberfläche auf die dahinterliegenden Organe übertragen, durchgeleitet aber auch zurückgeworfen (reflektiert). Vergleichbar ist dies z.B. mit der Vibration eines Mobiltelefons auf einer Tischplatte, die noch am anderen Ende des Tisches wahrnehmbar ist. In der medizinischen Anwendung ist die Frequenz (Anzahl der Schwingungen pro Sekunde) dieser Vibration tausendmal höher als die des hörbaren Schalls, daher der Name Ultraschall.

     

    Der Sender des Ultraschalls ist auch der Empfänger der reflektierten Schallwellen – man nennt diesen Teil der Ultraschallmaschine "Schallkopf". Angeschlossen ist ein Rechner mit spezialisierten Prozessoren, die aus der kurzen Zeit zwischen ausgesandtem Ultraschallimpuls und Wahrnehmung des reflektierten Signals den Abstand zwischen Sender und reflektierender Struktur berechnen können. Dort wird auf dem Bildschirm ein Bildpunkt angezeigt. Wenn man nun sehr viele vibrierende Kristalle nebeneinander anordnet und sehr viele Impulse pro Sekunde sendet, dann wird sich aus der großen Zahl der entstehenden Bildpunkte ein Bild aufbauen, das einem Schnittbild durch die entsprechende Region des Körpers entspricht. Dies ist vergleichbar mit einem Schnittbild durch das Meer, wenn ein Fischkutter mit dem Echolot nach Fischschwärmen sucht, die sich auf seinem Bild als schallreflektierende Punkte darstellen würden.

     

    Ist eine Ultraschalluntersuchung schädlich?

    Bislang sind keine schädigenden Wirkungen bekannt. Die Untersuchungen lassen sich beliebig oft wiederholen. Das unterscheidet diese Technologie grundsätzlich von strahlungsbasierten Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen oder Computertomografie (CT). Die hierbei unvermeidbare Strahlenbelastung hat immer Zellschädigung zur Folge.

     

    Es sind für spezielle Fragestellungen einige neue Ultraschallverfahren (z.B. Farbduplex- /Kontrastsonografie) entwickelt worden, bei deren Anwendung größere Mengen "Schallenergie" im untersuchten Gewebe verbleiben, was zu einer geringen Erwärmung dieser Region führt. Daher sind diese Untersuchungen für Schwangere und Kleinkinder nur unter Beachtung kurzer Untersuchungszeiten empfohlen.

     

    Was kann Ultraschall gut? Und was kann Ultraschall nicht gut?

    Alle Organe oder Strukturen, die ein Volumen haben, oder mit Flüssigkeit gefüllt sind, lassen sich im Sinne eine Schnittbildes untersuchen. Dabei ist zu beachten, dass die Oberfläche eines Organes oder eines Organteiles nicht darstellbar ist.

     

    Als Beispiel dient ein Apfel: wenn man ihn durchschneidet, kann man auf der Schnittfläche das Gehäuse sehen, faule Stellen im Fruchtfleisch erkennen, den Gang eines Wurmes vermuten etc. Nicht erkennbar ist dagegen, ob die Schale rot oder grün ist oder verschmutzt und schimmelig. So sieht man, dass im Schnittbild einer Leber verdächtige Gewebeinseln sind (z.B. ein Tumor), oder im Schnitt durch die mit Galle gefüllte Gallenblase Steine liegen. Man kann aber nicht sagen, ob die im Schnittbild eines gefüllten Magens dargestellte Magenwand eine entzündete Schleimhaut hat oder nicht, denn dazu müsste man die Fläche ansehen (z.B. durch eine Magenspiegelung).

     

    Sehr gut lassen sich auch die Eigenschaften bewegter Flüssigkeiten darstellen, z.B. das strömende Blut. Zusammen mit dem Bild einer verdickten Aderwand kann man so bei beschleunigtem Blutfluss den Grad einer Aderverengung genau ausmessen. Der Ultraschall kann aber nichts zu anderen wichtigen Eigenschaften des Blutes sagen – ob z.B. eine Anämie vorliegt, oder wie der Sauerstoffgehalt des Blutes ist.

     

    Was können wir für Sie tun?

    Die Qualität einer Ultraschalluntersuchung hängt sowohl von der Erfahrung und dem Kenntnisstand des Untersuchers als auch von den apparativen Voraussetzungen, also der verwendeten Ultraschallmaschine und deren Schallköpfen ab.

     

    In der PKD-am-Städel (Praxisklinik für Diagnostik) haben alle Untersucher eine langjährige ambulante und klinische Erfahrung im Umgang mit der Ultraschalldiagnostik. Einige Mitarbeiter sind Mitglieder in der DEGUM (Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin) und sind dort mit dem sehr hohen Zertifizierungsgrad "DEGUM 2" und „DEGUM3“ klassifiziert.

     

    Die verwendeten Maschinen sind "High End"-Sonografiegeräte (Acuson Sequoia 512/ X700/S2000 der Firma Siemens). Damit sind die neuesten Techniken anwendbar (Farbduplex, Kontrastsonografie, 3D-Sonografie, Elastografie).

     

    Eine genauere Beschreibung der einzelnen Untersuchungen finden Sie hier.

  • Husten

    Husten stellt in erster Linie einen Schutzreflex dar, wenn der Gasaustausch in den Lungenbläschen der Lunge behindert wird – durch in der Lunge produziertes Sekret oder Schleim – oder wenn sich fremdes Material im Atemweg befindet – beispielsweise beim Verschlucken.

     

    Bei Entzündungen der Bronchien wird ebenfalls ein Hustenreflex ausgelöst wie sehr häufig auftretend im Rahmen einer akuten Bronchitis bekannt ist: Diese meist viral bedingte Erkrankung setzt oft mit einem schmerzhaften, zunächst trockenen Reizhusten einige Tage nach einer Erkältung ein und verläuft in der Regel mit 4-7 Tagen Dauer selbstlimitierend. Sollte jedoch beim Abhusten gelb-grüner Auswurf bemerkt werden und/oder der Husten zusätzlich zu Symptomen wie Fieber über 7 Tage persistieren, sollte ein Arzt zur weiteren Abklärung und zu Ausschluss und Therapie einer behandlungsbedürftigen bakteriellen Bronchitis konsultiert werden.

     

    Akuter Husten

    Die Medizin teilt Husten in akuten und chronischen Husten ein. Die häufigsten Ursachen akuten Hustens sind bedingt durch Infektionen (s.o.) oder dem akuten Schlechterwerden (Exazerbation) einer vorbestehenden Lungenerkrankung (z. B. Asthma, Allergien). In seltenen Fällen kann ein akuter Husten auch Zeichen anderer, z.T. lebensbedrohlicher Erkrankungen sein.

     

    Chronischer Husten

    Ursache chronischen Hustens (>8 Wochen) ist in den allermeisten Fällen das Rauchen, gefolgt von chronischen Bronchitiden (COPD). Aber auch eine Vielzahl anderer Erkrankungen, z.B. gastro-ösophagealer Reflux oder Herzschwäche, sowie die Therapie mit Medikamenten, z. B. ACE-Hemmern oder Beta-Blockern, und andere Umwelteinflüsse können verantwortlich sein für eine Hustensymptomatik. Daher sollte beim Auftreten des Symptoms chronischer Husten immer ein Arzt aufgesucht werden, um die dahinter liegende Diagnose bestimmen und eine geeignete Therapie in die Wege leiten zu können.

     

    Was können für Sie tun?

    Wenn Sie an Husten leiden, der, wie oben beschrieben, akut oder chronisch mit oder ohne Auswurf oder zusätzlichen Symptomen gekoppelt ist, können wir weiterführende Befunderhebungen sowie Diagnostik und Therapie durchführen. Diagnostisch kommen neben allgemein internistischen Untersuchungsparametern auch Funktionsuntersuchungen der Lunge in Betracht, wie zum Beispiel die schnell durchzuführende Spirometrie, die Bodyplethysmographie sowie Spiroergometrie – Methoden, die eine Vielzahl weiterer relevanter Messdaten der Diagnose zuführen können.

  • Elastografie

    Die Elastografie ist eine besondere Ultraschalluntersuchung, in der die Festigkeit oder Elastizität eines Organes, oder einer Struktur in einem Organ, gemessen wird.

     

    Die moderne Ultraschalltechnologie erlaubt bereits eine hohe "räumliche Auflösung" im Schnittbild (oder "zeitliche Auflösung“" bei bewegten Strukturen wie z.B. den Herzklappen) und ermöglicht die Darstellung und Quantifizierung der Durchblutung ("Farbduplex"). Ohne Punktion oder operativen Eingriff, lediglich per Ultraschall, kommt nun mit der Elastografie die Messbarkeit einer weiteren wichtigen Gewebeeigenschaft hinzu.

     

    In dem Fachgebiet der Inneren Medizin werden vor allem die Schilddrüse und die Leber mit diesem Verfahren untersucht.

     

    Wann ist eine Elastografie sinnvoll?

    Bei der sonografischen Schilddrüsenuntersuchung werden häufig Knoten gefunden. Da Knoten in seltenen Fällen auch bösartig sein können, aber angesichts der großen Zahl neu entdeckter Knoten nicht alle Befunde zur endgültigen Klärung punktiert oder gar operiert werden können, sind die sonografischen Unterscheidungsmerkmale besonders wichtig.

     

    Mit der Elastografie ist nun ein wertvolles zusätzliches Merkmal, die Festigkeit eines Knotens, hinzugekommen: je härter, fester, unelastischer ein Knoten ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er aus bösartigen Zellen besteht (dies insbesondere dann, wenn die bereits bekannten Merkmale wie Echoarmut, unregelmäßige Begrenzung, ovale Form, Mehrdurchblutung, Kalkeinlagerungen zusätzlich vorhanden sind).



    Bei der Elastografie der Leber wird vor allem auf diffuse Veränderungen des Lebergewebes geachtet: Je härter, fester Lebergewebe erscheint, desto mehr Bindegewebe ist in der Leber entstanden, desto eher entwickelt sich eine Leberzirrhose, also der Verlust funktionsfähiger Leberzellen zugunsten funktionsunfähiger Bindegewebszellen.

     

    Je früher dieser Prozess erkannt wird, desto eher können Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Ein häufig anzutreffendes Beispiel: Beim sonografischen Verdacht für das Gewebebild einer Fettleber (die eben auch ohne die Wirkung von Alkohol entstehen kann) bestehen auch bei nur gering oder gar nicht erhöhten Laborparametern ("Leberwerten") bereits Entzündungsvorgänge ("Hepatitis"), die einen solchen Umbau des Lebergewebes zur Folge haben.

     

    Mit früher Kenntnis von diesen Umbauvorgängen können durch entsprechende Maßnahmen (z.B. Diätempfehlungen, evtl. medikamentöse Therapie, Planung von Verlaufsbeobachtungen etc.) die Spätfolgen entweder vermieden oder zumindest deutlich verzögert werden. Dies gilt insbesondere für Patienten mit einer chronischen Virus-Hepatitis oder einer der selteneren Leberentzündungen infolge einer Störung des Immunsystems.

     

    Was können wir für Sie tun?

    Mit unseren „High-End-Sonografiegeräten“ führen wir die Untersuchungen völlig schmerzfrei durch. Es erfordert keine besonderen Vorbereitungen und hat einen Zeitbedarf von 10-15 Minuten. Für die Untersuchung der Leber ist es vorteilhaft, die Untersuchung nüchtern oder 2-3 Stunden nach der letzten Mahlzeit zu planen.

  • Fruchtzucker-Intoleranz (Fruktose-Malabsorption)

    Wenn Magen-Darm-Beschwerden auftreten, bleibt der Grund oft im Verborgenen. Rebelliert der Darm insbesondere nach dem Genuss von Obst, dann könnte eine Unverträglichkeit auf Fruktose (Fruchtzucker), auch Fruktose-Malabsorption genannt, dahinter stecken. Diese Stoffwechselstörung hat als Ursache von Darmbeschwerden über die Jahre an Bedeutung gewonnen.

     

     

    Welche Faktoren beeinflussen das Fruktose-Transportsystem?

    Sorbit(-ol), ein Zuckeralkohol, schränkt den Transport von Fruktose ein. Sorbit(-ol) ist in einigen Früchten enthalten, wird aber auch von der Lebensmittelindustrie als Zuckeraustauschstoff (E420) in zuckerfreien oder -reduzierten Süßigkeiten verwendet.

     

    Entsprechend kann Sorbit(-ol) in den folgenden Nahrungsmitteln enthalten sein:

    • Kalorienreduzierte Bonbons und Kaugummi

    • Obst wie Äpfel, Birnen, Pflaumen

    • Getrocknete Früchte wie Pflaumen, Aprikosen, Datteln

    • Fruchtsäfte wie Apfel- oder Birnensaft

    • Fruchtmarmeladen und -gelees

    • Süßigkeiten

    • Diätprodukte wie zuckerreduzierte Marmelade, Schokolade

    • Bier, Wein

     

    Positiven Einfluss auf das System hat der gleichzeitige Verzehr von Glukose (Traubenzucker), der die Aufnahmerate von Fruktose steigert. Glukose ist im Handel erhältlich und kann entsprechend als Süßungsmittel eingesetzt werden. Die positive Wirkung von Glukose ist auch der Grund dafür, dass in der Regel Saccharose (Haushalts-, Rohr, Rübenzucker) in kleinen Mengen gut vertragen wird. Wird Saccharose gespalten, so entstehen freie Fruktose und freie Glukose zu gleichen Teilen. Die Fruktose wird dann gut aufgenommen, da die Glukose die Restaktivität des Fruktose-Transports stimuliert.

    Keine Verwechselung mit (erblicher) Fruktose-Intoleranz!

     

    Die Fruktose-Malabsorption ist grundsätzlich von der viel seltener auftretenden hereditären (erblichen) Fruktose-Intoleranz (HFI) zu trennen. Die HFI beruht auf einen angeborenen Enzymdefekt, der bereits im Säuglingsalter durch Aufnahme von Beikost wie Obst, Gemüse oder Honig ausgelöst wird. Die Fruktose aus der Nahrung wird dabei vollständig aufgenommen, kann im Körper aber nicht verstoffwechselt werden. Das führt zur Anreicherung von Fruktose in der Darmwand, den Nieren und der Leber und kann zu Hypoglykämien (niedrige Blutzuckerspiegel), Leber- und Nierenfunktionsstörungen führen.

     

    Was können Sie selbst dafür tun?

    Mit der Einschränkung des Verzehrs von sorbit(-ol)- und fruktosehaltigen Lebensmitteln können Sie bereits einiges für sich selbst tun. Ein vollständiger Verzicht auf Fruktose ist nicht notwendig. Verbessern Sie durch den gleichzeitigen Verzehr von Glukose (Traubenzucker) die Aufnahme von Fruktose. Haushaltszucker (Saccharose) muss daher auch nicht gemieden werden. Vermeiden Sie Diabetikerprodukte, essen Sie Lebensmittel mit Fruktose langsam und trinken Säfte nicht auf einmal.

     

    Was können wir für Sie tun?

    Der richtige Ansprechpartner bei Verdacht auf Fruktose-Malabsorption ist ein Facharzt für Innere Medizin (Gastroenterologe). Die Diagnose ist komplex, denn die Symptome sind nicht immer eindeutig und es können auch andere Ursachen hinter Magen-Darmbeschwerden stecken. Zunächst werden wir anhand basisdiagnostischer Maßnahmen (Blutbild, Entzündungswerte, Ultraschall) versuchen, andere Auslöser der Symptome auszuschließen. Ergibt sich dann ein begründeter Verdacht auf eine Fruktose-Malsorption, so ist als nächster Schritt ein Atemtest empfehlen. Bei diesem wird die Konzentration von Wasserstoff in der Atemluft gemessen. Der Patient trinkt eine Fruktoselösung und pustet anschließend in regelmäßigen Abständen in ein Testgerät. Da die Dickdarmbakterien den nicht resorbierten Zucker unter anderem zu Wasserstoff vergären, gelangt das entstandene Gas über die Darmwand in den Blutkreislauf und von dort in die Lunge, wo es messbar abgeatmet wird. Wird hier die Fruktose-Malabsorption bestätigt, so wird eine Ernährungsumstellung erforderlich. Hier empfiehlt sich der Besuch einer Ernährungsberatung, um gemeinsam den für sich individuellen Ernährungsplan zu erarbeiten.

  • Laktose-Intoleranz

    Rund jeder fünfte Deutsche leidet an einer Laktose-Intoleranz und verträgt keinen Milchzucker, der natürlicherweise in Milch enthalten ist. Weltweit sind es sogar über 80% der Bevölkerung. Den Betroffenen fehlt das Enzym, das den Milchzucker normalerweise im Darm abbaut oder es wird nur noch unzureichend gebildet. Die Folgen des Milchzuckerverzehrs sind oft sehr unangenehm und reichen von Übelkeit über Erbrechen, bis hin zu Müdigkeit, Durchfall und Bauchkrämpfen.

     

    Welche Faktoren beeinflussen die Laktose-Intoleranz?

    Laktose ist die lateinische Bezeichnung für Milchzucker. Laktose-Intoleranz ist die Unfähigkeit des Organismus, Milchzucker richtig zu verdauen. Normalerweise wird dieser im Dünndarm durch ein Enzym – die Laktase – in zwei Einzelzucker, der Galaktose (Schleimzucker) und Glukose (Traubenzucker) gespalten. Diese Einfachzucker werden dann über die Darmschleimhaut mit Hilfe von Transportproteinen in den Körper aufgenommen. Fehlt das Enzym oder ist unzureichend vorhanden, so wird der Milchzucker nicht gespalten und gelangt so direkt in den Dickdarm. Dort ansässige Bakterien verarbeiten den Milchzucker und erzeugen dabei Gase, die zu den typischen Symptomen der Laktose-Intoleranz führen.

     

    Welche Arten der Laktose-Intoleranz gibt es?

    Kongenitale Laktose-Intoleranz

    Hier handelt es sich um die angeborene absolute Laktoseintoleranz: Grund ist ein Gendefekt, der die Laktasebildung stark einschränkt  oder es kann überhaupt kein Enzym gebildet werden. Die Vererbung erfolgt autosomal-rezessiv. Diese Form ist äußerst selten, betrifft bereits Neugeborene und ist nicht heilbar.

     

    Primäre Laktose-Intoleranz

    Hierunter versteht man die häufigste Form der Laktose-Intoleranz. Auch sie ist genetisch bedingt und tritt zunehmend in sonnenreichen Gegenden auf. Darüber hinaus verschwindet die Fähigkeit mit zunehmendem Alter, Laktose zu verdauen.  Bereits im Alter von 60 Jahren sind 70% der Europäer davon betroffen.  Grund für das Versiegen der Enzymproduktion im Erwachsenenalter ist eine autosomal-rezessiv vererbte Genmutation. Sie ist nicht heilbar.

     

    Sekundäre Laktose-Intoleranz

    Diese Form der Laktose-Intoleranz ist nicht genetisch bedingt, sondern es liegt eine Störung der Darmschleimhaut vor. Wie bereits ausgeführt, wird das Enzym Laktase über die Dünndarmschleimhaut freigesetzt. Wird diese Schicht des Darmes durch andere Krankheiten/Medikamente (wie z.B. bakterielle Fehlbesiedelung, Antibiotikaeinnahme über längeren Zeitraum, Intoleranzen wie Fruktose-Malsorption, Morbus Crohn, Zöliakie, Alkoholismus) geschädigt, so kann sie keine Laktase mehr freisetzen. Die sekundäre Laktose-Intoleranz ist normalerweise temporär und heilbar und vergeht, sobald die Darmschädigung beseitigt ist.

     

    Welche Symptome treten auf und wie entstehen sie?

    Wird Laktose nicht durch das Enzym gespalten und gelangt so direkt in den Dickdarm, so werden dort Bakterien aktiv. Zu den Abfallprodukten der bakteriellen Zersetzung zählen u.a. die Milchsäure, kurzkettige Fettsäuren (Essigsäure, Buttersäure, …) und Gase wie Wasserstoff, Kohlenstoffdioxid oder Methan. Da diese Stoffe in größeren Mengen entstehen, kommt es zu Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit und Durchfall.

     

    Keine Verwechselung mit der Milchallergie!

    Die Laktose-Intoleranz ist grundsätzlich von den Milchallergien (Kasein-, Laktalbumin-, Kuhmilchallergie, …) zu unterscheiden. Hier handelt es sich um echte Allergien auf bestimmte Inhaltsstoffe der Milch. Bereits kleinste Mengen (Spuren) rufen die Symptome hervor. Anders bei der Laktose-Intoleranz, bei der meist geringe Mengen unbedenklich sind.

     

    Was können Sie selbst dafür tun?

    Sie haben den Verdacht, an einer Laktose-Intoleranz zu leiden, so empfiehlt sich das Führen eines Symptomtagebuches. Hier halten Sie pro Mahlzeit fest, wann Sie was zu sich nehmen und wann welche Symptome auftreten. So erleichtern Sie dem Arzt die Eingrenzung der Symptomatik.

     

    Was können wir für Sie tun?

    Der richtige Ansprechpartner bei Verdacht auf Laktose-Intoleranz ist ein Facharzt für Innere Medizin (Gastroenterologe). Die Diagnose einer Laktose-Intoleranz ist komplex, denn die Symptome sind nicht immer eindeutig und es können auch andere Ursachen hinter Magen-Darmbeschwerden stecken. Zunächst werden wir anhand basisdiagnostischer Maßnahmen (Blutbild, Entzündungswerte, Ultraschall) versuchen, andere Auslöser der Symptome auszuschließen. Ergibt sich dann ein begründeter Verdacht auf eine Laktose-Intoleranz, so ist als nächster Schritt ein Atemtest zu empfehlen, bei dem nach Trinken einer Milchzucker-Lösung der Wasserstoffgehalt in der Atemluft gemessen wird. Dieser ist bei einer Milchzucker-Unverträglichkeit meist erhöht. Wird hier die Laktose-Intoleranz bestätigt, so wird eine Ernährungsumstellung erforderlich. Hier empfiehlt sich der Besuch einer Ernährungsberatung, um gemeinsam den für sich individuellen Ernährungsplan zu erarbeiten.